Zeitarbeit - eine Brücke in den Arbeitsmarkt?

Immer mehr Menschen finden in der Zeitarbeit eine Beschäftigung. Zählte die Bundesagentur für Arbeit im Juni 2004 in NRW rund 79 200 Zeitarbeitskräfte, so waren es im Juni 2010 bereits 149 400. Unterbrochen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise steigt die Zahl der Zeitarbeitskräfte fortlaufend. Viel und kontrovers wird in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert, ob die Zeitarbeit tatsächlich die Brücke in den Arbeitsmarkt ist. Oft wird die Beschäftigung vormals Arbeitsloser als Indiz für die Brückenfunktion angesehen. Die Bundesagentur für Arbeit beziffert diesen Anteil auf rund 60 %.

Offen ist die Frage, welche Faktoren den Klebe- und Brückeneffekt - verstanden als eine Beschäftigung außerhalb Zeitarbeit - befördern und mit welchen Maßnahmen man ihn gezielt erhöhen kann. Hierzu werden Befragungen von Zeitarbeitskräften, Ehemaligen, Zeitarbeitsunternehmen und Interviews mit Betriebsräten und Kunden durchgeführt.

Daraus sollen Handlungsstrategien und Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, die zu einer Verbesserung der Beschäftigungschancen außerhalb der Zeitarbeit führen sollen. Dies können Hinweise für die Personalbetreuung oder Qualifizierungen für Zeitarbeitskräfte sein. Aus den Ergebnissen des Projektes werden Empfehlungen für die Arbeitsmarktpolitik abgeleitet.

Träger des Projektes ist die Soziale Innovation GmbH. Weitere Kooperationspartner sind die Verbände BAP, iGZ, DGB NRW, die Agentur für Arbeit Hamm, die Jobcenter Bielefeld, Dortmund, Duisburg, START und weitere Unternehmen der Zeitarbeit.

Das Projekt wird durch das Land NRW (Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen) und aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds) gefördert.